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Pressemitteilung des Landkreises vom 13.03.2020

Schulzendorf, den 14.03.2020

Landkreis Dahme-Spreewald informiert zur aktuellen Corona-Lage

Verwaltungsstab reagiert auf Kita- und Schulschließungen / Keine neuen Infektionen
 
Der Landkreis Dahme-Spreewald reagiert auf die rasanten Entwicklungen der aktuellen Corona-Pandemie: Der Verwaltungsstab des Kreises ist am heutigen Nachmittag zusammengetreten, um weitere Maßnahmen zu koordinieren. Bislang gibt es keine neuen Fälle bestätigter Covid-19-Infektionen im Kreisgebiet. Dem infizierten 41-jährigen Mann aus Lübben geht es dem Gesundheitsamt zufolge den Umständen entsprechend gut, seine engen Kontaktpersonen befinden sich in häuslicher Isolation und weisen bislang keinerlei Krankheitssymptome auf.
 
Dahme-Spreewalds Gesundheitsamt informierte den Stab über die gegenwärtige Situation rund um das neuartige Coronavirus, das von Anfang an sehr ernst genommen wurde. Seit zwei Wochen arbeitet bereits ein Einsatzstab rund um den Landrat in Abstimmung mit dem Landesgesundheitsministerium und Robert-Koch-Institut zusammen, der nun zu einem Krisenstab umfunktioniert worden ist. Sämtliche Fachressorts der Kreisverwaltung haben heute zusammen mit Vertretern der Krankenhäuser, des Rettungswesens, der Polizei, des Katastrophenschutzes, der kreiseigenen Verkehrsgesellschaft und weiterer Behörden die erforderlichen Aufgaben festgelegt. Im Mittelpunkt stand die Aufrechterhaltung der Handlungs- und Funktionsfähigkeit des Landkreises vor dem Hintergrund der durch die Landesregierung Brandenburg für kommenden Mittwoch angekündigten Schließungen sämtlicher Kitas und Schulen.
 
Dahme-Spreewalds Gesundheitsdezernent und stellvertretender Landrat Carsten Saß: „Unser oberstes Ziel ist nun bis zum Wochenbeginn zusammen den Kommunen und  unserem Jugendamt sowie Amt für Schulverwaltung ein Konzept vorzulegen, dass die alternative Betreuung von Schulkindern und Kitakindern im Landkreis für Eltern sichert, die in Bereichen der sogenannten kritischen Infrastruktur tätig sind“. Zu diesen Tätigkeitsbereichen zählen beispielsweise Medizin, Pflege, Versorgung (Energie, Wasser, Lebensmittel, Arznei), Polizei, Justiz, Feuerwehr, Bildung, Erziehung oder Verwaltung etc. „Für die Kinder und Jugendlichen dieser werktätigen Erziehungsberechtigten müssen wir gemeinsam mit unseren kreisangehörigen Kommunen schnellstmöglich eine geordnete Notbetreuung sichern“, sagt Saß. Auslöser war die heutige Ankündigung der Potsdamer Staatskanzlei, zur Eindämmung der Corona-Epidemie ab Mittwoch landesweit an Kitas und Schulen bis zum Ende der Osterferien vorerst keine reguläre Betreuung und keinen regulären Unterricht mehr stattfinden zu lassen.
 
Zuvor sind die Bürgermeister und Amtsdirektoren der Dahme-Spreewald-Kommunen am heutigen Vormittag im Lübbener Landratsamt in einer Sonderberatung über das aktuelle Geschehen unterrichtet worden. Amtsärztin Dr. Astrid Schumann informierte darüber, dass es im Kreis neben einem positiven Befund bisher 43 Verdachtsfälle auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 gab sowie insgesamt 20 Quarantänen verhängt und gut 120 Abstrichuntersuchungen durchgeführt wurden. „Es war eine sehr informative und konstruktive Abstimmungsrunde mit den Vertretern des Landkreises und meinen Kollegen in den Städten, Ämtern und Gemeinden. Wir sind uns darin einig, die Herausforderungen in dieser hochdynamischen Coronavirus-Lage als Hauptverwaltungsbeamte nur besonnen und abgestimmt zum Wohle unserer Bürgerinnen und Bürger bewältigen zu können“, erklärte Zeuthens Bürgermeister Sven Herzberger als Vorstand der Kreisarbeitsgemeinschaft des Städte- und Gemeindebundes. Sowohl die Runde der Hauptverwaltungsbeamten als auch der Einsatzstab kommen in der nächsten Woche erneut zusammen.
 
Einschränkungen von Veranstaltungen
Der stellvertretende Landrat richtete nochmals direkt die Empfehlung an die Bürgermeister und Amtsdirektoren, die Durchführung von Veranstaltungen mit dem Blick auf die Verbreitung des Corona-Virus zu prüfen, Veranstalter zu sensibilisieren und größere Veranstaltungen an den Landkreis zu melden. Auf der Grundlage der seit heute geltenden Allgemeinverfügung des Landkreises müssen ohnehin Großveranstaltungen mit einer Teilnehmerzahl von mindestens 1.000 Personen ausfallen. Darüber hinaus wird dringend empfohlen, bis auf weiteres alle Kulturveranstaltungen abzusagen oder zu verschieben. Für die ebenfalls angeordnete Anzeige sämtlicher Veranstaltungen mit mindestens 100 Teilnehmenden an das Landratsamt, bittet das Kreisordnungsamt um die Nutzung des einheitlichen Meldeformulars. Dieses Dokument ist über den Internetauftritt des Landkreises Dahme-Spreewald unter www.dahme-spreewald.info/de/coronavirus abrufbar. 
 
Der Landkreis vertraut darüber hinaus auch auf das verantwortungsvolle und eigenständige Agieren von Veranstaltern im Sinne der Eindämmung der Corona-Pandemie. Dazu ist auch die heutige Ankündigung des Freizeitresorts Tropicals Islands in Krausnick zu zählen. Die Geschäftsführung hat beschlossen, den laufenden Gastbetrieb einschließlich des Hotelbetriebes zunächst bis einschließlich 19. April 2020 auszusetzen.
 
Dahme-Spreewalds Kreisbrandmeister Christian Liebe erklärte heute zudem, dass es vorerst keine kreisliche Ausbildung im Bereich Brand- und Katastrophenschutz geben wird. Die Feuerwehren und die Einheiten und Einrichtungen des Katastrophenschutzes nehmen in der täglichen nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr, aber auch im Zivil- und Katastrophenschutz eine zentrale Rolle ein. „Die Gewährleistung der Einsatzbereitschaft dieser Einheiten gilt es daher in kritischen Situationen besonders zu schützen. Aus diesem Grund haben wir entschieden, vorerst bis Ostern, keine kreislichen Ausbildungen für Feuerwehr und Katastrophenschutzeinheiten mehr stattfinden zu lassen“, informiert Liebe.
 
In Abstimmung mit dem Kreistagsvorsitzenden Georg Hanke sind ebenfalls heute alle bis Ende März geplanten Sitzungstermine der vorberatenden Fachausschüsse des Kreistages Dahme-Spreewald abgesagt worden. Die Sitzung des Kreisausschusses am 01. April sowie die Sitzung des Kreistages am 22. April als beschließende Gremien finden nach dem gegenwärtigen Stand statt.
 
Appell an die Akzeptanz
Gesundheitsdezernent Carsten Saß wirbt vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen zur Corona-Pandemie für eine breite Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger für die notwendige Maßnahmen des Landkreises und der Kommunen: „Bitte bleiben Sie besonnen und achtsam. Halten Sie die angeordneten Maßnahmen ein und folgen Sie ausgesprochenen Empfehlungen. Damit übernehmen Sie Verantwortung für sich und Ihre Mitmenschen“. Bezüglich des kreislichen Bürgertelefons zum Corona-Geschehen sagte er: „Ich bitte ausdrücklich alle Bürgerinnen und Bürger, diese Hotline nicht unnötig zu blockieren und in einem höflichen Umgangston mit dem Gegenüber umzugehen. Es stehen viele Informationen auch online zur Verfügung."
 
Aktuelle Informationen für Bürger zur neuartigen Coronavirus-Thematik gibt es im Internetauftritt des Landkreises Dahme-Spreewald unter www.dahme-spreewald.info/de/coronavirus . Hier ist unter anderem ein Frage-Antwort-Katalog abrufbar. Ende Februar wurde vom Landkreis Dahme-Spreewald zudem ein Bürgertelefon eingerichtet, das täglich von 8 bis 18 Uhr unter der Rufnummer 03375 26-2146 zu erreichen ist. Für allgemeine Informationen zum Thema Coronavirus können auch folgende Angebote genutzt werden: Telefon-Hotline des Bundesministeriums für Gesundheit: 030/346465-100 oder Telefon-Hotline der Unabhängigen Patientenberatung 0800/330-4615-32. Beim Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) ist ein Bürgertelefon zum Coronavirus unter Tel. 0331/8683-777 eingerichtet.
 
Hintergrund:
Nach wie vor gilt: Husten, Schnupfen oder Fieber können viele Ursachen haben. Der Verdacht auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus ist dann begründet, wenn die betreffende Person an Erkrankungen der Atemwege bzw. unspezifischen Symptomen leidet und zuvor in einem Risikogebiet war oder Kontakt mit einer infizierten Person hatte. Ist das der Fall, sollte man sich telefonisch beim Hausarzt oder beim ärztlichen Bereitschaftsdienst unter Tel. 116 117 melden.
 
Auch nach dem ersten Krankheitsfall sollte die Bevölkerung besonnen und achtsam reagieren. Wie schon mehrfach betont, ist die Einhaltung der Hygieneregeln besonders wichtig. Hier steht neben der Nies-Etikette die persönliche  Händehygiene an erster Stelle. Außerdem sollte man auf Begrüßungsrituale mit Körperkontakt verzichten und Abstand zu Personen halten. Reisen in Risikogebiete sollten unterbleiben. Wer erkältet ist, sollte zum Husten oder Niesen ein Einmaltaschentuch oder die Armbeuge benutzen und sich ggf. krankmelden.