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MAWV liefert Trinkwasser vollständig CO2 frei

Schulzendorf, den 28.09.2020

 

Erster klimaneutraler Wasserverband in Brandenburg

 

Als erster Wasserverband im Land Brandenburg liefert der MAWV ein vollständig klimaneutrales Trinkwasser. Das bedeutet, dass Trinkwasser von der Grundwasser-aufbereitung bis zu den Wasserhähnen ohne schädliche Treibhausgasemissionen auskommt. Über die Ergebnisse des Audits durch die Zertifizierungsgesellschaft GUTcert informierte Verbandsvorsteher Peter Sczepanski auf der jüngsten Verbandsversammlung die Bürgermeister der Mitgliedskommunen.

Vor fast genau einem Jahr beauftragten diese die Verbandsspitze mit der Umsetzung der Klimaneutralität. „Die Anstrengungen haben sich gelohnt", sagt Peter Sczepanski. „Es war schon ein besonderer Moment, als wir die Urkunde mit der Aufschrift Klimaneutral in den Händen hielten."

Wie hat der Verband diesen Meilenstein erreicht? „Unser Wasser schmeckt, ist gesund und wir beweisen, dass für die Siedlungswasserwirtschaft Klimaschutz beim Trinkwasser keine abstrakte Angelegenheit ist", erläutert Peter Sczepanski.

Die Klimaneutralität für das Trinkwasser des MAWV basiert auf drei Säulen:

Erstens unterstützt ein zertifiziertes Energiemanagementsystem der Betriebsbsführerin DNWAB mbH, den Strombedarf für die Trinkwasserversorgung kontinuierlich zu senken.

Zweitens verwendet die Trinkwasserversorgung fast ausschließlich zertifizierten Ökostrom. Rund 4 Millionen Kilowattstunden Strom gehen somit in die Klimabilanz von 2019 mit dem CO2-Faktor „0" ein. Das sind rund 2.100 Tonnen nicht emittiertes CO2, legte man der Bemessung einen CO2-Faktor für Inlandsstrom mit rund einem halben Kilogramm CO2 pro Kilowattstunde zugrunde.

Drittens werden bislang noch nicht zu substituierende Emittenten sowie weitere indirekte Treibhausgasemissionen aus vor- und nachgelagerten Tätigkeiten des MAWV im Bilanzrahmen Trinkwasser kompensiert.

Bei der Kompensation von Treibhausgasen gehe es dem MAWV nicht darum, eigene Anstrengungen zur Emissionsvermeidung oder -verminderung zu umgehen, sondern darum, nicht vermeidbare Emissionen an anderer Stelle

auszugleichen. Das ist sinnvoll, da es für den Effekt von Treibhausgasen auf das Klima weitestgehend unerheblich ist, wo die Emissionen stattfinden.

Überraschenderweise nehmen den größten Teil aus der Kategorie indirekte Emissionen die für die Modernisierung und Sanierung der Trinkwassernetze eingesetzten Materialien ein. Weiter schlagen die bislang unausweichliche Nutzung von Inlandstrom, Erdgas, Diesel und Benzin in der Klimabilanz zu Buche.

Insgesamt kompensiert der MAWV rund 375 Tonnen CO2 über die Aufforstung und Umgestaltung von Wäldern in einem nach anerkannten Standard zertifizierten Projekt von ClimatePartner. Das ist bereits das zweite Projekt, an dem sich der MAWV hinsichtlich des Klimaschutzes beteiligt. Diesmal ist es ein regionales Projekt im Harz. Hier werden umfangreiche Aufforstungsmaßnahmen durchgeführt, die die entsprechenden CO2-Mengen aus der Luft binden.

Alles ist transparent und nachvollziehbar. Unter www.climatepartner.com/14979-2008-1001 finden interessierte Bürger die Urkunde zur Klimaneutralität mit den entsprechenden Infos, zum CO2 Ausgleich und welches Klimaschutzprojekt der Verband unterstützt.

„Wenn wir zurückschauen", sagt Peter Sczepanski, „dann haben wir schon 2015 mit der Einführung unseres elektronischen Dokumentenmanagementsystems (DocuWare), also zur Umstellung auf ein papierloses Büro, einen ersten Schritt in Richtung Klimaneutralität umgesetzt. Im Laufe der Jahre kamen weitere Maßnahmen hinzu, die sich nun mit der offiziellen Bezeichnung „klimaneutral" zu einem großen Ganzen entwickelt haben.

Damit ist die Arbeit aber nicht beendet. Der Verband muss nun in jährlichen Analysen ein Maßnahmenpaket umsetzen, um weitere CO2 Emissionen zu reduzieren. „Wir müssen langfristig denken", sagt Peter Sczepanski, dazu gehören

in nächster Zeit auch intensive Gespräche mit Partnerfirmen hinsichtlich des Einsatzes innovativer Bauverfahren und klimaneutral zertifizierter Baustoffe.

Der MAWV stellt sich das Ziel, seine Trinkwasserversorgung bis zum Jahr 2025 gänzlich CO2-neutral zu stellen, was mit der Steigerung der Energieeffizienz und dem Einsatz regenerativer Energieerzeugung (PV u.a.) einhergehen wird.

Bis zum Frühjahr 2021 widmet sich der Verband dem zweiten Kernbereich seiner satzungsgemäßen Aufgaben: Der Bereich Abwasser soll dann mit einer Klimabilanz transparent erscheinen und klimaneutral gestellt werden.