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100 Jahre Chorgemeinschaft Eichwalde-Gesang verbindet Deutsche und Polen (03.07.2019)

Chorjubiläum über Ländergrenzen

Chorreise der Eichwalder Chorgemeinschaft nach Kargowa und Osno Lubuskie

„Singe wem Gesang gegeben, denn Gesang verschönt das Leben“ verheißt die heimliche Hymne der Eichwalder Chorgemeinschaft den Freunden der Sangeskunst. Chorgesang galt schon immer als verbindendes Element zwischen Menschen und Völkern, denn er baut auf Harmonie und Gleichklang, dem Dissonanzen gleich welcher Art fremd sind. Diesem Gedanken folgend, hatte sich der Vorstand der Chorgemeinschaft Eichwalde entschlossen, die Feierlichkeiten aus Anlass der Gründung des Männergesangsvereins Eichwalde vor 100 Jahren, dem Vorläufer der heutigen Chorgemeinschaft, über den lokalen Rahmen hinauszutragen. Was lag näher, als unsere Partnergemeinden Osno Lubuskie und Kargowa im benachbarten Polen in das Ereignis, was bereits durch ein begeisterndes Festkonzert und Jubiläumsveranstaltungen gefeiert wurde, einzubeziehen. Die Chorgemeinschaft wurde dabei tatkräftig unterstützt von Schulzendorfs Bürgermeister Markus Mücke, der die Möglichkeiten der Europäischen Kulturförderung aus der 10jährigen Zusammenarbeit mit unseren polnischen Nachbarn kannte und die Organisation der geplanten Konzerte in unseren Partnerstädten begleitete. Am 15. und 16. Juni 2019 war es dann soweit. Das Schokoladenfest in Kargowa bot den willkommenen Anlass, sich auf der Freilichtbühne des Festgeländes zu präsentieren. Vorher gaben die Schulzendorfer Tanzkinder unter der Anleitung von Frau Wellner bei brütender Hitze Proben ihres Könnens. Natürlich setzten die hochsommerlichen Temperaturen dem Zuschauerinteresse Grenzen, was man aber in Kauf nehmen sollte, zumal unsere polnischen Freunde ansonsten gute Gastgeber waren.  Am frühen Abend gab es eine herzliche Begegnung mit dem kleinen Chor aus Kargowa, der hauptsächlich mit Frauenstimmen besetzt ist. Nur ein Mann hat sich der Frauenrunde zugesellt, was besonders in Gemischten Chören, mit bedauerlichem „Männermangel“ nicht außergewöhnlich ist. Nach dem Abendessen klang der erlebnisreiche Tag mit fröhlichen Gesängen zu einem kühlen Bier im Motel „Montana“ Wolsztyn aus. Die Provinzstadt ist u.a. bekannt als zeitweiliger Wirkungsort des Nobelpreisträgers Robert Koch; sie besitzt darüber hinaus ein Eisenbahnmuseum. Ein kleiner Stadtrundgang durch Kargowa führte uns am Vormittag des zweiten Tages auch zum „Ehrenhain“ mit den vor 4 Jahren gepflanzten Bäumen der Partnergemeinden. Ein Ginkgo biloba aus Schulzendorf (mit den besten Empfehlungen vom Gartencenter!), dem J.W. v. Goethe in seinem „Ost – westlichen Diwan“ ein literarisches Denkmal gesetzt hat, zwar bescheiden im Wuchs, hat sich dennoch bisher gut entwickelt. Die Ergebnisse der Zusammenarbeit der europäischen Länder und die nicht übersehenden Vorteile von speziellen Förderprogrammen für strukturschwache Regionen, konnten die interessierten SängerInnen bei ihrem kleinen Rundgang vielfach wahrnehmen. Letztendlich sollte auch unser Besuch dazu beitragen, dem europäischen Gedanken durch freundschaftliche Kontakte neue Impulse zu geben. Nach der Verabschiedung durch Kargowas Bürgermeister Fabisz und seiner Stellvertreterin ging es dann über gepflegte Autostraßen nach Osno Lubuskie, einer idyllisch an kleinen Seen und Hügeln mit reizvollen Waldbeständen gelegenen Kleinstadt nahe der polnischen Westgrenze.  Nach dem Empfang mit einem Mittagessen in gepflegter Atmosphäre, war ein gemeinsames Konzert mit dem Damenchor der Eichwalder Partnergemeinde Osno Lubuski der Höhepunkt des Tages. Grußworte der Bürgermeister von Schulzendorf und unserer polnischen Partnergemeinde, des Vertreters des Bürgermeisters von Eichwalde und dem Vorsitzenden der Chorgemeinschaft, standen am Anfang des Konzertes. Der gut besetzte Damenchor fand mit einem Liederreigen polnischer Volkslieder in der Eichwalder SängerInnenschar interessierte Zuhörer. Leider fehlen auch hier jüngere Leute. Dennoch waren die Frische des Gesangs, wie Klangvolumen und Synchronität gut ausgewogen und wurden mit herzlichem Beifall belohnt. Als Referenz an die angereisten Gäste bekamen die „Waldeslust“, gesungen in deutscher Sprache, aber auch „Der Lindenbaum“, besonderen Applaus.

Unter Chorleiter Tobias Majewski, der auch die Klavierbegleitung besorgte, hatten sich die Eichwalder SängerInnen auf ein Programm u.a. mit Auszügen aus dem Festkonzert vom 26.5.2019 vorbereitet. Die gute Akustik des Saales und die Freude über die Begegnung mit den Sangesfreundinnen der Partnergemeinde, verliehen den Eichwalder SängerInnen zusätzlichen Schwung beim Gesangsvortag. Mit dem gemeinsamen Gesang der deutschen Volkslieder „Horch was kommt von draußen rein“ und „Wahre Freundschaft soll nicht wanken“ klang das gemeinsame Konzert aus. Sichtlich beeindruckt wertete Osno`s Bürgermeister Koslowski die Begegnung der beiden Chöre als Beginn einer engeren kulturellen („chorischen“) Zusammenarbeit unserer Gemeinden. Dem kann man nur zustimmen; denn wenn in die fast 25 jährigen freundschaftlichen Beziehungen auf verschiedenen Ebenen eine neue (Klang-) Farbe einzieht, kann das der Partnerschaft zwischen unseren Kommunen nur dienlich sein. Mit einer kleinen Aufmerksamkeit zur Erinnerung an das erste gemeinsame Konzert der beiden Chöre verabschiedete sich die Eichwalder SängerInnenschar von den Gastgebern.

Die Chormitglieder bedanken sich ganz herzlich beim Bürgermeister der Gemeinde Schulzendorf Markus Mücke für die organisatorische Unterstützung des Projektes, bei Sylwia Walter aus Schulzendorf, die uns über die Sprachbarriere hinweggeholfen hat und nicht zuletzt bei Gisela Michailov für die zahlreichen Erinnerungsfotos.

Besonderer Dank gilt der Euroregion. Das Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des Kooperationsprogramms INTEREG V A Brandenburg - Polen 2014-2020 und des Kleinprojektefonds der Euroregion-Neiße-Bober, kofinanziert.

Manfred Hentrich

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